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Value Investing:

Wie Benjamin Graham die Finanzwelt veränderte

Warren Buffet wurde dadurch reich, zahlreiche Finanzunternehmen fußen auf seinem Prinzip. Die Rede ist von Value Investing. Erfunden wurde die Strategie von dem Wirtschaftswissenschaftler Benjamin Graham, der seit seiner Kindheit eine Faszination für Aktienmärkte hegte. Die Geschichte seines wirkungsreichen Lebens.

Kindheit in ärmlichen Verhältnissen

Schon ein Jahr, nachdem Benjamin Graham geboren wurde, verließ er mit seinen Eltern die Heimat London und zog nach New York. In der Weltmetropole fand die Familie während der Zeit des ersten Weltkriegs eine Heimat und konnte unbeschwert leben. Als jedoch durch eine Wirtschaftskrise in den 20er Jahren der Aktienmarkt zusammenbrach, verlor die Familie ihre gesamten Ersparnisse und Grahams Eltern mussten für Geld Hilfsarbeiterjobs annehmen. Benjamin Graham, zu diesem Zeitpunkt gerade einmal 20 Jahre alt, schloss dennoch sein Studium an der Columbia Universität ab – als Zweitbester seines Jahrgangs und angehendes Finanz-Genie. Der junge Mann, der um seine Begabung wusste, lehnte Berufsangebote als Lehrer ab, um Investor zu werden und seine Ideen für ein eine neue Art des Investments umzusetzen.

Der Umgang mit Geld

In den 20er Jahren interessierte sich Benjamin Graham zunehmend für Börsengeschäfte und Aktien. Schnell legte er sein Geld an der Wall Street an und arbeitete für die Maklerfirma Newman, die ihm aufgrund seines Talents die Möglichkeit einer Kooperation bot. 1926 wurde so schließlich die Graham-Newton-Partnerschaft ins Leben gerufen, welche die Finanzwelt in den kommenden Jahren verändern sollte und den Grundstein für einen kompletten Wandel in der Welt der Aktien und Wertpapierbörsen bedeutete.

Grahams Einfluss auf Investment-Strategien

Das 1934 von Benjamin Graham und David Dodd veröffentlichte Buch „Security Analysis“ dient als erste Blaupause für die Ideen des gebürtigen Engländers. Sie prägen bis heute das Value Investment, indem sie aufzeigen, wie eine ganzheitliche Betrachtung von Unternehmen exakte Analysen und damit einen genauen Ausblick auf deren zukünftigen und aktuellen Wert zulässt. Die aktuelle Lage der Märkte beurteilte Graham kaum – eine unabhängig Betrachtung war nach Graham effektiver und sinnvoller, um langfristig erfolgreiche Investitionen zu tätigen. Doch viel wichtiger war Graham ein Begriff: Rationalität. Der „Vater des Value Investmens“, wie Graham heute auch genannt wird, setzte schon früh auf langfristige Investitionen und unterbewertete Papiere. Dadurch gelangte er innerhalb weniger Jahre zu einem beträchtlichen Vermögen.

 

 

Text: ULI BECK & TEAM