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MBO (Management-Buy-out)

MBO = Modernes Nachfolgekonzept für mittelständische Unternehmen

 

Unter dem MBO ( Management Buy – out ) versteht man die Übertragung des Unternehmens an Mitarbeiter desselben. Dies bedeutet erfahrungsgemäß hauptsächlich die Veräußerung an das bestehende Management. Das MBO spielt eine nicht unbeachtliche Rolle im Zusammenhang mit Nachfolgeregelungen, insbesondere im Bereich der kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU). Gerade in „gewachsenen“ Familienunternehmen werden häufig, in Ermangelung geeigneter oder williger Nachfolger/-innen aus der eigenen Familie, die Unternehmen an das bereits vorhandene Management verkauft, um auf diese Weise den Fortbestand des Unternehmens sowie die Kontinuität in der Unternehmensführung sicher zu stellen. Der Vorteil liegt darin, dass das Management des Unternehmens mit den Strukturen des Betriebes vertraut ist, welches die Verkaufsverhandlungen zumeist aufgrund der bisherigen Bindung der Personen erleichtert. Probleme dagegen treten häufig im Rahmen der Kaufpreisfinanzierung auf, da seitens der potenziellen Erwerber zumeist ein hoher Fremdfinanzierungsbedarf besteht.

 

 

 

Persönlichkeit und Strategie der Manager müssen überzeugen

 

 

“Nach unserer Erfahrung entscheidet Leidenschaft, Engagement, Authentizität und eine gewisse Risikobereitschaft des bisherigen Managements, ob solch ein MBO erfolgreich umgesetzt werden kann”, so Karl Rehfuß. Von der Überzeugungskraft und der erarbeiteten Strategie hängt es ab, ob einer der größten Herausforderungen in diesem Zusammenhang, nämlich die Finanzierung des Kaufpreises bzw. die Suche nach Geldgebern, erfolgreich umgesetzt werden kann. Grundvoraussetzung für ein erfolgreiches MBO ist die ausreichend finanzielle Ausstattung des Unternehmens und eine stabile Unternehmensentwicklung.Trotz der Überschwemmung der Kapitalmärkte mit Liquidität wird angesichts der immer strikter werdenden Vorschriften für Bankinstitute der Erhalt eines Kredites für mittelständische Unternehmen schwieriger. Zudem werden oftmals auf Unternehmerseite heute noch essentielle Fehler gemacht, die zu einer Kreditablehnung führen. Darunter sind echte “Klassiker”. Dazu zählen die unzureichende Einreichung/Aufbereitung der von der Bank geforderten Unterlagen sowie – noch weit häufiger – die unzureichende Darstellung des Vorhabens und die Kommunikation mit der Bank. Ebenfalls häufig anzutreffen ist die Auswahl ungeeigneter Finanzierungsmittel für das jeweilige Vorhaben. Deshalb ist es so wichtig sich vor dem Banktermin so gut als möglich vor zu bereiten.

 

Finanzierungsmöglichkeiten für das zukünftige Management

 

Im Gegensatz zum klassischen Unternehmensverkauf, bei dem Dritte als Käufer auftreten, kauft beim MBO das bisherige Management die Geschäftsanteile. Um eine tragfähige Finanzierung auf die Beine zu stellen ist deshalb guter Rat gefragt. Die Notwendigkeit zur Beschaffung zusätzlichen Eigenkapitals ergibt sich dabei aus der Tatsache, dass das übernehmende Management in der Regel nicht über die erforderlichen Eigenmittel verfügt, um den Kaufpreis in vollem Umfang zu finanzieren. Wir als Nachfolgespezialisten empfehlen deshalb folgende Akteure welche solch eine Finanzierungslücke professionell schließen: die bisherigen Gesellschafter des Unternehmens, Banken, Family Offices bzw. Venture Capitals.

 

Die Säulen einer soliden Finanzierung

 

Eine hohe Risikobereitschaft der Altgesellschafter vorausgesetzt, stellt das Unternehmerdarlehen die einfachste Art der Finanzierung dar. Die Raten hierfür fließen in der Regel aus den Unternehmenserträgen.  Vorsicht – sehr oft lassen sich die Altgesellschafter ein gewichtiges Mitspracherecht in diesem Zusammenhang einräumen, welches durchaus zu Konflikten in der zukünftigen Ausrichtung des Unternehmens führen kann. Finanziert eine Bank die Differenz zwischen Kaufpreis, Eigenkapital der Manager und Unternehmerdarlehen, führt dies in der Praxis zu weniger Reibungsverlusten. In dieser Konstellation wird jedoch von einem Großteil der Banken ein Rangrücktrittvom Unternehmerdarlehen ersucht.

Resümierend ist festzustellen, dass die Voraussetzung für ein erfolgreiches MBO bei allen Finanzierungskonstellationen individuell auf Finanzierungsanteile und Mitspracherechte ausgearbeitet werden sollte.

 

 

Text: Karl Rehfuss

Karl Rehfuss ist Partner von K.E.R.N. – Die Nachfolgespezialisten in Stuttgart. Er ist Spezialist für Unternehmensverkauf/Unternehmenskauf bzw. Generationswechsel im Mittelstand.