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John Law – Glücksspieler, Ökonom und ein Genie, das Papiergeld erfand

John Law, ein Schotte und renommierter Ökonom, wurde am 21. April 1671 in Edinburgh geboren. Er stammte aus einer Familie von Bankiers und Goldschmieden. Im Alter von 13 Jahren verstarb sein Vater und seine Mutter übernahm seine Ausbildung, die ihn in theoretischer und angewandter Ökonomie ausbilden ließ. Law trat in das Familienunternehmen ein und studierte das Bankwesen. Doch sein Interesse galt Anderem. Später ging er nach London, wo er dort große Summen beim Glücksspiel verlor.

Das Gesetz des Spiels

1697, im Alter von 26 Jahren, musste er die Spieltische der Londoner Gesellschaft fliehen. Law wurde in ein Duell mit Edward Wilson verwickelt, weil er sich um Elizabeth Villiers (die zukünftige Countess of Orkney) bemühte. Law gewann das Duell, tötete den Herausforderer und verdiente sich damit ein Todesurteil. Er entkam dem Gefängnis und stahl sich auf den Kontinent. Dort wurde seine Aufmerksamkeit auf Mathematik, Bankwesen und erneut Glücksspiel gelenkt. Er war versiert in der Wahrscheinlichkeitstheorie und nutzte diese zu seinem Vorteil. In Europa machte er sich bei den Behörden von Venedig, Genua und Paris unbeliebt und wurde aus jeder dieser Städte vertrieben. Aber bevor er Paris verließ, lernte er den Duke von Orléans kennen (der Neffe von Ludwig XIV).

Die Wirtschaft nach Law

Er flüchtete nach Amsterdam. Law beschäftigte sich mit abstrakten Fragen zum Geld- und Bankwesen und vertrat die Ansicht, Geld sei nur ein Tauschmittel und könne nicht als Kapital definiert werden. Seiner Meinung nach konnte die Volkswirtschaft nur durch den Handel des Landes bemessen werden. Er behauptete, dass Geld ein entscheidendes Element der wirtschaftlichen Entwicklung eines Landes sei, und eine Erhöhung der Geldmenge auch zu einem Anstieg der Machtposition führen würde. Law schlug die Einrichtung einer Zentralbank vor, um die Geldversorgung in Form von Banknoten zu schaffen und zu regulieren. Er verfasste eine Reihe von Büchern und Pamphleten, um seine radikalen Ideen zur Volkswirtschaft zu verbreiten. Unter anderem definierte er erstmals die Funktionen des Geldes. Er analysierte auch Angebot und Nachfrage, um das „Wertparadoxon“ zu erklären – warum z. B. Wasser billig und ein Diamant teuer ist.

Der Schein des Geldes

1715 verstarb Ludwig XIV., der „Sonnenkönig“, der das prunkvolle Schloss Versailles gebaut hatte, und der glaubte, dass er von Gott auserwählt war. Er hinterließ ein Frankreich am Rande des Ruins als der Duke von Orléans die Regierungsgeschäfte übernahm. Dieser erinnerte sich an seinen alten Freund Law und dessen ehrgeizigen Ideen, das Währungssystem zu verändern. Frankreichs neuer Regent war verzweifelt und empfänglich für die Theorien. Law überzeugte ihn davon, dass die Bindung an Edelmetall restriktiv sei und dass die Erweiterung des Kapitals durch Banknoten Handel und Beschäftigung stimulieren würde. Er propagierte den Einsatz von Papiergeld, das nicht an Gold und Silber gebunden war, sondern an dessen zukünftigen Wert. Der Regent unterstützte einen Versuch in kleinem Maßstab.

1716 gründete er die Banque Générale in Paris, die die Befugnis hatte, Banknoten auszugeben. Später fusionierte er diese mit der Louisiana Company, die als einziges Finanzunternehmen französische Kolonien des Mississippi-Tals in Nordamerika entwickeln durfte. Die Umbenennung in Royal Bank im Jahr 1718 wies darauf hin, dass der Wert der ausgegebenen Banknoten vom König gewährleistet wurde. Law wurde zum Controller General of Finances ernannt. Er glaubte, dass Frankreich Papiergeld dazu verwenden könnte, um die Kolonien zu fördern. Daher stammt der Begriff Mississippi-Spekulation. Der Gewinn aus Aktienemissionen wurde verwendet, um die Schulden der Regierung zurückzuzahlen.

Geplatzte Träume

John Laws Vorhaben erwies sich für einige Jahre als profitabel aber aufgrund politischer Komplikationen und Kontroversen schlug das Projekt fehl und Law wurde für die „Mississippi Bubble“ verantwortlich gemacht. Sein Investitionsvorhaben hatte ihn zu einem der reichsten Männer des Landes gemacht. Als es schließlich kollabierte, ruinierte es ganz Frankreich. Laws Besitztümer wurden konfisziert und er zog verarmt 1720 nach Brüssel. Er verbrachte die nächsten Jahre wieder damit, in Rom, Kopenhagen und Venedig zu spielen. Er erhielt die Erlaubnis, nach London zurückzukehren, nachdem er 1719 begnadigt wurde. Dort lebte er vier Jahre und zog dann nach Venedig, wo er an Lungenentzündung erkrankte und 1729 in Armut verstarb.

 

Textumsetzung: K. Park